Das nächste Konzert gestaltet:

Samstag 28. April 2018

Aleksandra Mikulska

Präsidentin der Chopin-Gesellschaft, Klavier

Samstag 28. April 2018 um 19:30 Uhr

zu Lit. Höxter 2: geFLÜGELte Worte

Beethoven, Chopin, Liszt





Zur Künstlerwebseite - www.aleksandramikulska.com
Große Musik mit einer großen Pianistin

An diesem letzten April-Samstag, dem 28. um 19.30 Uhr im Historischen Rathaus Höxter in der Weserstraße 11 bildet das Konzert der Rathausklassik gleichzeitig das Abschlusskonzert der zweiten Lit. Höxter. Aleksandra Mikulska, die Präsidentin der Deutschen Chopingesellschaft moderiert dabei die wahrlich großen Kompositionen von Beethoven, Chopin und Liszt als geFLÜGELte Worte und präsentiert sie unter dem Thema "Dialoge mit dem Schicksal".

So entstand Beethovens "Grande Sonate Pathetique" z. B. in den Jahren 1797 - 99 inmitten der für ihn äußerst erlebnisreichen anfänglichen Wiener Zeit: Noch in Bonn wurde 1792 mit dem 21-jährigen eine Meisterschulzeit bei Haydn in Wien vereinbart, wovon er durch die 1794 erfolgte französische Besetzung des Rheinlandes nicht wieder zurückkehren konnte. Die fürstlichen Gehaltszahlungen blieben aus und die zwei Jahre mit Haydn waren nicht frei von Meinungsverschiedenheiten und Konflikten geblieben. Als praktizierender Klaviervirituose fand er aber bald auch in Wien adlige Unterstützer, konnte 1798 eine erfolgreiche Konzertreise über Prag, Dresden und Berlin abschließen, auf der sich besonders seine herrausragende Fähigkeit zum freien Fantasieren zeigte, aber es zeigten sich in diesem Jahr auch die ersten Symptome zu seinem Gehörleiden. 1799 traf er aber auch auf Josephine Brunsvik, der er später mehrere feurige Liebesbriefe schrieb, wobei die Beziehung dann allerdings tragisch endete. All diese Höhen und Tiefen verarbeitet in der großen Sonate der Leidenschaft?
Um 1800 schrieb der Pianist Abbé Gelinek über ihn: "Ein kleiner hässlicher, schwarz und störrisch aussehender junger Mann”, in dem "der Satan” steckt. "Nie hab’ ich so spielen gehört! Eigene Kompositionen, die im höchsten Grade wunderbar und großartig sind, und er bringt auf dem Klavier Schwierigkeiten und Effekte hervor, von denen wir uns nie etwas haben träumen lassen.”

Chopins Scherzo b-Moll schrieb er wahrscheinlich in den Jahren 1836/37 im Abschnitt seiner produktivsten Lehrtätigkeit, womit er nach heutigem Maßstab etwa 100.000 € im Jahr einnehmen konnte, mit dem er einen sehr aufwändigen Lebensstil führte und sowohl in seinem künstlerischen Freundeskreis als auch in der Gesellschaft war er hoch angesehen. 1837 war der 27-jährige aber auf Grund einer unglücklichen Liebe zu einer 18-jährigen in eine Lebenskrise geraten und es war dann die 33-jährige George Sand, die ihm sein seelisches Gleichgewicht wiedergab. Mit seinen von 1935 - 43 komponierten vier Scherzi und so auch mit dem beliebtesten zweiten Scherzo op. 31 wandelte er das ursprünglich eher Tänzerische dieser musikalischen Form fast ausschließlich hin zum Dramatischen.

Für Liszts Sonate h-moll können dann fast ähnliche Fakten aufgezeigt werden: So betitelte er diese selbst z. B. als "Grande Sonate", sie entstand ebenfalls in seiner künstlerisch produktivsten Zeit und zwar 1852/53 in Weimar, und auch sie wäre vermutlich ohne die letztendlich tragisch endende Zeit mit einer Frau an seiner Seite kaum entstanden. Die neun Jahre jüngere, von ihrem Mann getrennt lebende Fürstin Carolyne zu Sayn-Wittgenstein hatte es nämlich als einzige verstanden, dem "klavierspielenden Lebemann" ab 1847 für 12 Jahre eine andere Richtung zu geben und ihn zum Komponieren zu inspirieren. Eine geplante Heirat konnte aufgrund ihres katholischen Glaubens aber trotz der mit Hilfe einer Zarentochter 1855 noch vollendeten Scheidung nicht vollzogen werden.

Aleksandra Mikulska, die 1981 in Warschau geborene Pianistin begann das Klavierspielen mit sechs Jahren in ihrer Geburtsstadt und genoss eine hochkarätige internationale Ausbildung, die sie an Musikhochschulen in Mannheim und Karlsruhe und an der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover in der Meisterklasse von Arie Vardi, einem der bedeutendsten Pianisten Israels vervollkommnete. Sie gibt Rezitals in ganz Europa und konzertiert mit namhaften Orchestern in Deutschland, Österreich, Belgien, Italien, Polen und der Schweiz. Aleksandra Mikulska vereint die drei musikalischen Traditionen der Länder Polen, Deutschland und Italien zu einem einmaligen, persönlichen und unverwechselbaren Stil. Ein Schwerpunkt ihres künstlerischen Wirkens liegt in der Verbreitung der Musik der großen Komponisten ihrer polnischen Heimat.

Der Eintritt zu diesem Konzert mit großer Musik und einer großen Pianistin ist bis zum 18. Lebensjahr wie immer frei, für Erwachsene im Vorverkauf in Höxter bei der Buchhandlung Brandt (05271 1234), im Historischen Rathaus (05271 194 33) und in Holzminden beim Täglichen Anzeiger (05531 930 40) beträgt er 15,- € und für Schüler und Studenten 4,- €. An der Abendkasse werden dann 17,- bzw. 5,- € erhoben.
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